News-Center (Newsroom)

Pixel statt Zelluloid: Junger Film stellt hohe Ansprüche

 
 

Filmcrew setzt auf NVIDIAs Quadro-Technologie

War früher die professionelle Nachbearbeitung von Kinofilmen wenigen großen Studios vorbehalten, werden heute mit der Rechenkraft moderner Grafikkarten mit relativ preiswerter Ausrüstung Ergebnisse erzielt, die den Anforderungen der Kino-Industrie mehr als nur genügen. Der Regisseur Benjamin Pfohl sah sich bei der Postproduktion seines Films „Einsamkeit des Jägers“ mit einigen Herausforderungen konfrontiert. DaVinci Resolve, eine Software für Color Grading sorgte zusammen mit der Grafikkarte NVIDIA Quadro 4000 for Mac für die technische Umsetzung der Nachproduktion.

DaVinci Resolve
Andreas Brückl fasst im Video die Herausforderungen des Filmteams zusammen und zeigt uns einige Filmszenen.

Ein Auftragskiller ist auf der Suche nach dem Sinn in seinem Leben. Vor seinem letzten Auftrag sehnt er sich immer wieder nach Momenten menschlicher Nähe, die er nur in den Gesprächen mit einer Imbissbudenbesitzerin findet. Hin- und hergerissen zwischen der Erfüllung seines Auftrags und seiner Liebe steht er seiner Beute in einem finalen Duell gegenüber.

Der Film „Einsamkeit des Jägers“ spielt durch seine düstere Thematik ausschließlich im Dunklen. Dadurch ergeben sich besondere fotografische Herausforderungen an das gefilmte Material. Eine qualitativ hochwertige Nachbearbeitung spielt dabei eine wichtige Rolle. Da die Filmemacher über ein nur sehr begrenztes Budget verfügten, war eine kreative Lösung für die Ausstattung der Arbeitsumgebung gefragt.

Dunkle Kiste: Das Kamerateam diskutiert über schwierige Lichtverhältnisse
Dunkle Kiste: Das Kamerateam diskutiert über schwierige Lichtverhältnisse

Eine der Herausforderungen lag beim Color Grading. Kein professioneller Film kann auf diese aufwändige Nachbearbeitung verzichten. Das Color Grading ist der farbliche Feinschliff am fertigen Film, ohne den die verschiedenen Einstellungen jeweils eine andere Grundfärbung hätten. Die Ursache dafür ist, dass die Szenen beispielsweise bei unterschiedlicher Beleuchtung oder Witterung entstehen. Im vorliegenden Fall hat die Filmcrew zudem unterschiedliche Kameramodelle für eine sehr ähnliche Aufnahmesituation genutzt, was eine Anpassung der verschiedenen Filmfragmente erforderte. Da jedes der hochauflösenden Einzelbilder des Films umgerechnet werden muss, zählt das Color Grading zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Postproduktion. Der Colorist Andreas Brückl und sein Team von 4edition planten im Rahmen eines Tests der Software DaVinci Resolve 7.1. den Film zu graden. DaVinci Resolve ist eines der bekanntesten Programme in diesem Bereich auf dem Markt.

Kamera läuft: Vorbereitung zum Szenendreh
Kamera läuft: Vorbereitung zum Szenendreh

Neben der Ausstattung mit professioneller Software war auch der Zugriff auf eine leistungsfähige Hardware-Plattform wichtig. Daraus ergab sich die Wahl für ein System samt der professionellen NVIDIA-Grafikkarte Quadro 4000. Die von Apple mitgelieferte Grafikkarte erwies sich dafür als zu schwach. Bei der Arbeit mit bewegten Bildern fällt, besonders wenn diese hochauflösend sind, eine sehr große Datenmenge an. Grafikprozessoren sind mit ihrer massiv-parallelen Architektur für Aufgaben prädestiniert, bei denen viele kleine Rechenoperationen gleichzeitig anfallen. Im Gegensatz zu einer CPU, die Aufgaben hintereinander rechnet, geht daher bei Grafikprozessoren mit ihren bis zu 512 Kernen die parallele Bearbeitung der Einzelbilder eines Films schneller vonstatten. Deswegen optimieren Hersteller wie Adobe, Autodesk, Avid oder BlackMagic Design ihre Programme in erster Linie für NVIDIAs Quadro-GPUs, zum Teil findet eine Hardware-seitige Beschleunigung sogar ausschließlich via Quadro-GPU statt.

Die NVIDIA Quadro 4000 verfügt über 256 NVIDIA-CUDA-Prozessorkerne, einen 2 GByte großen GDDR5-Speicher und eine Speicherschnittstelle von 256 bits mit einer Bandbreite von 89,6 GB/s. Diese große Speicherbandbreite hilft bei der Visualisierung großer Modelle und komplexer Szenen. Viele Softwarehersteller nutzen diese Rechenleistung, um bislang größeren Rechnern vorbehaltene Resultate auf der Basis von Workstations bereitzustellen.

Mord und Totschlag: Temperamentvoller Dreh unter schwierigen Randbedingungen
Mord und Totschlag: Temperamentvoller Dreh unter schwierigen Randbedingungen

Im Einsatz befand sich ein Mac Pro 5.1 mit zwei CPUs vom Typ Intel Xeon "Westmere" und einer Taktfrequenz von 2,93 GHz. Das System verfügt über 12 GByte Arbeitsspeicher und zwei Grafikkarten des Typs NVIDIA Quadro 4000 for Mac, wobei eine für die Darstellung am Monitor und die andere für die Berechnungen des Filmmaterials reserviert war. Letztere übernahm den größten Anteil der Gesamtrechenoperationen von DaVinci Resolve.

Andreas Brückl: „Wir waren gespannt, ob die Rechenpower dieser einen, mit rund 850 Euro Straßenpreis relativ preiswerten Grafikkarte für diese Aufgabe ausreichen würde – zumal wir ja hochauflösende Dateien verarbeiteten. Nachdem wir mit der NVIDIA Quadro 4000 gearbeitet haben, sind wir von ihrer Rechenleistung begeistert.“ Nicht zuletzt aufgrund der Verwendung von handelsüblichen NVIDIA-Quadro-Grafikkarten mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis kostet die gesamte Color-Grading-Lösung lediglich unter 10.000 Euro – verglichen mit mehreren hunderttausend Euro, die für die Anschaffung anderer Systeme anfallen.

Der Mörder und die Kamera: Showdown in der Einsamkeit der Nacht
Der Mörder und die Kamera: Showdown in der Einsamkeit der Nacht

Der Colorist Brückl verwendete pro Szene oft mehrere Masken und griff teilweise intensiv in das häufig sehr dunkle Ausgangsmaterial ein. Trotzdem war eine flüssige Bearbeitung möglich. Sein Fazit: Der Einsatz von DaVinci Resolve 7.1 auf einem Mac mit einer NVIDIA Quadro 4000 ist für die Echtzeitbearbeitung von kürzeren hochauflösenden Filmen ohne Weiteres möglich.

Der Film ist mittlerweile fertig geworden. Von der Qualität kann sich das interessierte Publikum auf nationalen und internationalen Festivals überzeugen.



 
 
 
 
FacebookTwitterGoogle+XingPinterest